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Norwegen
Am 14. Juli 2005 ging es in der Nacht los. Vor uns lag ein wunderschöner Urlaub in Skandinavien. Es erwartete uns eine 1800 km lange Autofahrt durch Dänemark, Schweden und Norwegen.
Im Vorfeld dieser Reise mussten wir allerdings zur Bank: Geld umtauschen Dänische Kronen - Schwedische Kronen - Norwegische Kronen. Zu den Euros, die wir ja auch noch hatten, macht das 4 verschiedene Währungen für 1 Urlaub; ist doch nett, oder?! ...
1. Etappenziel: Fehmarn - Fähre in Puttgarden
Wir erreichten Fehmarn in den frühen Morgenstunden des 15. Juli. Von dort setzten wir mit der Fähre über nach Dänemark. Und was vor ein paar Jahren noch 85 DM kostete (damals haben wir schon einmal mit Auto von Puttgarden übergesetzt); kostete jetzt 83 €. Allerdings beinhaltete dies eine weitere Fähre; dazu aber später. Die Fahrt dauerte etwa 45 Minuten - wir nutzen diese Zeit, um in Ruhe auf dem Schiff zu frühstücken. So ging's dann frisch gestärkt durch Dänemark.
Etwas nördlich von Kopenhagen dann die zweite Fähre; von Helsingor nach Hälsingborg.
2. Etappenziel: Schweden
Wieder ohne Kontrolle passierten wir die zweite Grenze: Dänemark-Schweden. Und wieder mit dem Schiff, allerdings dauerte die Fahrt keine halbe Stunde. In Schweden - schlechtes Wetter, fast nur Regen... Daher ließen wir einige "Programmpunkte" ausfallen; es hätte einiges zu sehen gegeben an Schwedens Westküste, aber bei Regen... dazu hatten wir keine Lust... Irgendwann kamen wir an einem schönen Platz vorbei, der Regen hatte sich verzogen. Mit dem Auto konnten wir fast direkt ans Meer; dort haben wir eine längere Pause gemacht. Mit unserem Einweggrill grillten wir das in der Kühlbox frischgehaltene Fleisch, bummelten durch die Dünen und genossen die schöne Aussicht über die Bucht.
Von dort ging es dann weiter bis kurz vor der norwegischen Grenze. Dort suchten wir uns einen Campingplatz und bauten im trockenen unsere Zelte auf. Am nächsten Morgen ging es früh weiter - schon um 8 Uhr hatten wir die Zelte wieder abgebaut, alles im Auto verstaut und waren auf dem Weg nach Stromstaedt, um dort zu frühstücken. Wir fanden ein Café direkt am Hafen, dort konnte man sich in eine Art HolzverandaWintergarten setzten und frühstücken, mit Blick auf das Meer und dem Hafen
Ein paar Bilder vom Ort:
3. Etappenziel: Norwegen
Von dort waren es nur noch wenige Kilometer zu fahren bis zur schwedisch-norwegischen Grenze. Wir fuhren die ganz neue Brücke über dem Swinesund. Kaum befuhren wir Norwegens Strassen - begrüßten uns auch schon die ersten Blitzkästen. Alle paar Kilometer waren welche aufgestellt. Das wurde später weniger, aber dennoch sind es mehr als in Deutschland.
Kurz vor Oslo entschieden wir uns für die Fahrt unter dem Oslofjord hindurch. Dies ist kostenpflichtig, aber eine Fahrt durch Norwegens Hauptstadt blieb uns erspart, denn wir wußten nicht, wie die Verkehrslage dort ist. Der Tunnel unter dem Oslofjord ist 7 km lang, und hat ziemlich Gefälle bzw. Steigung. Ich saß am Steuer - und habe das erste mal in meinem Leben die Motorbremse genutzt. Das würde nicht das einzige mal in diesem Urlaub bleiben, dazu aber später. Weil wir keine Lust hatten, wieder einen Platz zum grillen zu suchen, zumal das Wetter auch eher unbeständig war, suchten wir uns um die Mittagszeit ein kleines Restaurant, direkt an "unserer" Strasse. Dort konnte man sich auch für die Fahrt Lunchpakete kaufen; zwar waren wir nach dem reichhaltigen Essen satt, wußten aber auch die lange Fahrt, die noch vor uns lag. Das Lunchpaket bestand aus Sandwichen. In diesem Restaurant oder besser gesagt Gaststätte haben wir etwas kennen gelernt, was wir später in Norwegen häufiger sahen: Man bestellt sein Essen ähnlich wie in einer Pommesbude an einer Theke; allerdings ist die Auswahl weitaus üppiger - und an eine Pommesbude erinnern nicht einmal die Preise... Hat man seine Bestellung aufgegeben, bekommt man einen kleinen Pieper mit an den Tisch. Ist das Essen fertig, piept das kleine Ding und man kann sich sein Essen abholen. Kellner liefen trotzdem reichlich umher, denn sie nahmen Getränkebestellungen auf. Sicherlich, es gibt natürlich auch "richtige" Restaurants in Norwegen, dort wartet man allerdings unter Umständen wesentlich länger. Und ganz unter uns: Selbst in einem 4**** Restaurant, alles super edel und schnieke - und was gabs als Beilage zum Fleisch? -> "Fritierte Kartoffelstäbchen" (dies stand wirklich auf der deutschen Version der Speisekarte!!!!!) !!! :-D
Am frühen Nachmittag kamen wir immer höher und höher. Wir sahen Berge mit schneebedeckten Gipfeln; dachten uns aber nicht weiter dabei. Aber wir kamen noch höher - und irgendwann waren wir mitten im norwegischen Hochplateau. Eine kahle Mondlandschaft ohne Blumen und Bäume, überall kleine, tiefblaue Bergseen und um ums herum: Schnee! Ich habe Schnee in der Hand gehabt, und das Mitten im Juli !!!!!!! Durch diese Landschaft zu fahren war eines der schönsten Erlebnisse in Norwegen. Kein Foto kann festhalten, wie schön es dort war. Versucht habe ich es trotzdem:
Blick aus unserem Auto
Die Holzstäbe rechts und links der Strasse begleiteten uns auf dem ganzen Weg durch das Hochgebirge. Wir vermuten, daß ist eine Vorkehrung für den Winter, wenn überall hoch Schnee liegt. Übrigens: Keine Leitplanken!
Die tiefblauen Bergseen, die steinige Landschaft und die schneebedeckten Felder - es war traumhaft schön - anhand der Wolken kann man vielleicht sehen, wie hoch wir waren!
Ein besonders großer Bergsee - anhand der Wolken kann man erahnen, wie hoch wir waren
Nachdem wir aus dem Hochland wieder heraus waren und nach vielen Serpentinen (und Leitplanken gab es dort kaum; man sah direkt auf den Abgrund...) endlich wieder halbwegs ebenerdig fuhren, mussten wir den Hardangerfjord überqueren. Im 30 Minuten Takt fahren die Autofähren; wir hatten Glück und kamen noch auf die wartende Fähre.
Nach weiteren 3 Stunden Fahrt kamen wir dann am Samstag Abend endlich in unserem zu Hause für die kommenden 14 Tage an. Wir wohnten in einer weißen Holzhütte, die aber sehr modern eingerichtet war und sogar Fußbodenheizung hatte. Auch sonst fehlte es uns in dem Haus an nichts. Alex und ich hatten ein großes, helles Zimmer mit Wandschränken und einem schönen großen Bett. Von dort konnten wir auf die Berge und zum See sehen. Viel schöne und ruhige Zeit mit Alex zu verbringen war mein Wunsch an den Urlaub gewesen - und er erfüllte sich, denn kaum waren wir dort angekommen, waren wir beide herrlich entspannt, und sehr sehr viele, schöne, gemeinsame Stunden sollten uns noch erwarten, in denen wir den Alltag komplett hinter uns ließen und viel Zeit füreinander hatten, die wir beide auch genossen haben.
Am kommenden Tag regnete es immer wieder etwas. Das war aber nicht weiter tragisch, weil heute nur faulenzen auf dem Programm stand. Weil das aber nix für mich ist und auch Alex irgendwann nicht mehr wußte, was er machen sollte, fuhren wir nach Bergen. Bergen ist mit ca 230.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Norwegen. Und nebenbei trägt sie den Titel "Regenreichste Stadt Europas" Und so begrüßte Bergen uns auch direkt - mit Regen...
Alex und ich schlenderten etwas am Hafen entlang und suchten dann das Touristeninformationszentrum. Das ist in der Nähe des Fischmarktes, und dort haben wir uns erst einmal etwas informiert über die Umgebung, Alex wollte ja dort gerne angeln, und wissen, was die Stadt alles so zu bieten hat. Wir entdeckten, daß es in der Nähe ein großes überdachtes Einkaufszentrum gab - und direkt daneben gabs ein Erlebnishallenbad.
Weil es am Montag zwar insgesamt freundlicher war, aber immer noch zwischendurch nieselte, fuhren Alex und ich in das besagte Erlebnisbad. Umgerechnet 30 Euro Eintritt zahlten wir zusammen (!!!!!) , ob sich das gelohnt hat, lasse ich dahingestellt. Es gab zwei tolle Rutschen, ein paar Whirlpools, in denen haben Alex und ich es uns länger gut gehen lassen; außerdem eine Sauna und ein Becken, von welchem man nach draußen schwimmen konnte. Aber länger als 2 Stunden haben wir uns dort nicht aufgehalten. Anschließend bummelten wir etwas durch das angrenzende Einkaufszentrum, tranken einen leckeren heißen Kakao und fuhren wieder nach Hause.
Ab Dienstags war das Wetter richtig angenehm, nicht zu heiß, aber trocken. Um hier nicht im einzelnen jeden Tag auflisten zu müssen werde ich hier nur bestimmte Themen anschneiden:
Preise in Norwegen In Norwegen ist vieles teurer, vor allem aber Fleisch und Alkohol. Wir entdeckten sogar einen LIDL in Bergen, aber selbst dort ist ca 5 - 10 % teurer als in Deutschland. Unser Lieblingsgeschäft war eines der SAFARI-Kette, das war zwar nicht das günstigste Geschäft, dafür hatten die dort aber sehr viel - meiner Meinung nach die üppigste - Auswahl.
Wahrer LUXUS in Bergen -> Ein Parkplatz in einem der Innenstadtparkhäuser. 10 Euro fürs parken wird man schnell los ... Als wir von Bergen eine Schifffahrt machten, und wir uns überlegten, wie lange wir dann im Parkhaus stehen würden; haben wir in einem weiter außerhalb gelegenen Parkhaus geparkt, und sind von dort mit dem kostenlosen (und vollen!) Bus zum Fischmarkt gefahren. Dieses Parkhaus hatte einen Tageshöchstsatz von etwa 7 €. Aber so haben wir auch mal einen anderen Teil von Bergen gesehen - mit dem Bus.
Das Wetter in Norwegen Wir haben uns auf das Schlimmste eingestellt - Dauerregen pur. Und erst schien sich das auch zu bewahrheiten, denn von Samstags bis Montags hatten wir Regen. Ab Dienstag aber wars trocken, und zwar für den Rest unseres Urlaubes. In der letzten Woche, als in Deutschland die Unwetter waren, war es richtig warm und der Himmel war strahlend blau. Nur auf dem Fjord wars windig, da kamen auch zwischendurch Wolken auf. Aber die kamen auch in Bergen öfters mal - aber Regen brachten sie keinen. Alex und ich sind ohne es wirklich zu wollen in Norwegen richtig braun geworden, und wir haben uns nicht in die Sonne gelegt und uns braten lassen, sondern sind einfach jeden Tag raus gewesen. Die Sonne ging sehr spät unter, dunkel wurde es erst nach 23 Uhr. Und richtig dunkel wurde es nicht; aber dafür ist Norwegen ja bekannt. Es war eine Umstellung, als wie wieder in Deutschland waren und die Sonne "schon so früh" unterging und es dunkel wurde. Die Sonnenuntergänge waren immer ein Ereignis - denn zum einem dauerte er für unsere Verhältnisse länger und zum anderen spiegelte sich das rote Sonnenlicht im Wasser wieder, und die Berge leuchteten ebenfalls in den schönsten Rottönen vom Sonnenuntergang.
Mücken in Norwegen Sie sind viel kleiner als bei uns - und viel mehr! Wenn wir draußen saßen und zum Beispiel gegrillt haben, kamen sie aus allen Ecken angeflogen. Über die AntiMückenMittel haben sie sich scheinbar amüsiert, vertrieben hats sie jedenfalls nicht. Wie schützt man sich vor den Viechern? - Immer da stehen, wo es etwas windig ist. Und wenn wir gegrillt haben, haben wir im Haus gegessen. Mückenmittelchen aus Deutschland bringen gar nichts. Wenn, dann Produkte in Norwegen kaufen.
Strassen in Norwegen ... ein Erlebnis. Denn selbst an der Küste war es immer noch sehr gebirgig, und wo Gebirge, da Serpentinen. Die Strassen als solche waren scheinbar enger, und Leitplanken gabs längst nicht überall! Statt dessen viele Blitzer, vor allem an Schulen, und nicht immer waren alle schon von weitem sichtbar. In Norwegen wird immer mit Licht gefahren, es gilt 0,0 Promille, alles andere wäre bei den Strassen auch nicht mehr vertretbar, schneller als 80 km/h zu fahren ist ebenso leichtsinnig, zumindest für ungeübte Fahrer. Wie die Einheimischen dort teilweise fahren, möchte ich gar nicht weiter drauf eingehen.... Denn gut ausgebaut sind die wenigsten Strassen. Und wegen der vielen Felsen sind selbst gerade Strecken nicht gerade, und man fährt einen Huckel, bei dem der Magen noch oben ist, der Rest aber schon bergabgefahren ist, weil sie so kuppelförmig sind. Wer's nicht kennt, wirds nicht verstehen. Unser Motor hat sich an manchen Stellen wirklich gequält um die Berge hochzuklettern. Für wenige Kilometer braucht man unverhältnismäßig lange. Ein typisches Strassenbild: Links Felswände, rechts geht's steil runter
... eher untypisch: eine Leitplanke. Oft gibts keine Leitplanke, und wenn, sind es bordsteinähnlich aussehende Betonmäuerchen
Noch etwas: Wir hatten 4 Strassenkarten für das Gebiet um Oslo. Und auf jeder Karte waren die Strassen etwas anders eingezeichnet. Wir vermuten, daß es die Norweger mit ihren Strassenkarten nicht so genau nehmen, und haben uns schnell abgewöhnt, stur nach Karte zu fahren. Diese diente uns lediglich nur noch zur groben Orientierung, wo in etwa die ausgeschilderten Orte liegen etc.
Angeln in Norwegen In Norwegen zu angeln war Alex Wunsch. Extra dafür hatte er sich eine Fjord-Angel besorgt. Aber es war nicht so einfach, ein Boot zu finden, bei dem man mitfahren konnte. Umgerechnet über 100 Euro hätte es pro Person gekostet, wären wir mit einem Schiff mitgefahren, welches die Angelfreunde raus auf den Fjord bringt und die fischreichen Stellen zeigt. Ich schreibe, es HÄTTE uns gekostet - denn dieses Schiff fährt nur ab einer Mindestteilnehmerzahl von ca. 5 Personen. Und weil sich in Bergen am Hafen nicht so viele Angler fanden, erschien der Schiffskapitän gar nicht erst... Damit Alex überhaupt mal im Fjord angeln konnten, mieteten wir uns ein kleines Boot und die dazugehörigen Rettungswesten. Ich habe mir auch noch eine kleine Angel dazu gekauft. 600 NOK haben wir bezahlt, zuzüglich Sprit. Damit hätten wir den ganzen Tag rausfahren können, blieben aber "nur" 4 Stunden auf dem Fjord. Als wir abends in der FeWo waren, hatten wir das gefühl, noch immer auf dem Meer zu schaukeln Aber ohne ortskundigen Fischkenner oder Echolot etwas zu fangen ist mit sehr viel Glück verbunden; und so haben wir zwar ein paar sehr schöne Stunden auf dem traumhaften schönen Fjord verbracht, aber keinen Fisch geangelt.
Auf dem Fjord ist Schwimmwestenpflicht!
Übrigens: Als wir so nichtsahnend da im Böötchen saßen und "angelten" tauchte plötzlich ein U-Boot auf! Das glaubt uns kein Mensch, zum Glück habe ich es fotografiert :-)
Die Wellen, welche das Boot verursachte, setzte allerdings unser Böötchen etwas unter Wasser und verpasste uns eine unerwünschte Dusche und durchgeschaukelt wurden wir auch ziemlich,...
Die Landschaft in Norwegen Man kann es nicht beschreiben - man kann es auf keinem Foto wiedergeben: Die Landschaft in Norwegen ist traumhaft, manchmal wirkt sie schon fast unreell, so imposant und gewaltig, und doch so unberührt und ruhig. Ich weiß nicht, wie ich die Landschaft beschreiben soll. Überall sind viele Felsen, entlang der Strassen, entlang des Wassers. Und trotzdem wächst überall Grün; ganze Bäume scheinen wie aus dem Felsen herauszuwachsen. Es ist unbeschreiblich. Und als Kontrast zu dem Grün der Natur - das blaue Wasser; dazwischen überall kleine oder größere Inselchen; teilweise mit Holzhäusern, teilweise Natur pur. Oft habe ich mich einfach nur hingesetzt und mir die Natur angesehen - und sie genossen.
Wandern durch diese Landschaft ist ein Gefühl, welches man nicht in Worte fassen kann. Man wandert durch die Wälder, immer höher, und oben wird man mit einem Ausblick belohnt, der sogar die steilsten Wanderwege und den anfänglichen Muskelkater sofort vergessen lässt. Alex und ich standen sehr lange auf den verschiedenen Gipfeln, und haben uns die Natur von oben angesehen. Die Küste mit den vielen kleinen vorgelagerten Inselchen, das blaue Wasser, die Fjorde, die grünen Wälder um uns herum - es war unbeschreiblich.
Norwegen ist nicht nur ein Paradies für Angler - sondern auch für Wanderer!
Was kann man noch in Bergen unternehmen?
Sehr vieles, zum Beispiel mit der Seilbahn auf den Ulriken fahren. Der Ulriken ist der größte von Bergens Bergen. Wie teuer das war weiß ich nicht mehr, nicht ganz billig, sollte man bei schönem Wetter aber unbedingt machen!!!!! Von dort hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und das Umland. Wenn man nicht mit der Seilbahn herunterfahren möchte, gibt's schöne Wanderwege. Der Panoramablick auf Bergen:
Bergen Bergen ist das pulsierende Leben; es gibt soviel zu sehen, sobald die Sonne scheint, sind die Strassen voll mit Menschen. Auf dem großen Platz am Brunnen sind immer Musikanten; als die Männer unter sich unterwegs waren, haben wir Frauen uns einfach dort hingesetzt, eine Kleinigkeit getrunken und mehrere Stunden den Musikanten zugehört. Die Zeit ist so schnell vergangen; aber wenn man in Norwegen ist, wird die Zeit anders gerechnet, habe ich das Gefühl gehabt. Es war herrlich, etwas, was ich in keiner anderen Stadt jemals erlebt habe.
Ein anderes mal, wieder waren die Männer unterwegs (man muss ja als Frau nicht nur an seinem Mann kleben - dafür hat halt jeder seine eigenen Interessen) saßen wir am Hafen, am Fischmarkt. Auch dort saßen wir zwei Stunden, ohne zu bemerken, daß es tatsächlich zwei Stunden waren, einfach nur dort sitzen und passiv an dem Gewusel teilhaben; herrlich; man kann es nicht beschreiben, man muss es einfach mal erlebt haben.
Der Fischmarkt Auf dem berühmten Bergener Fischmarkt kann man nicht nur Fisch kaufen, sondern auch noch vieles andere, Pullover, Trollfiguren, Touristenramsch, aber auch Obst und Gemüse. Der Fischmarkt ist direkt am Hafen; wir waren wenigstens viermal dort, weil die Atmosphäre dort so schön ist. Jeden Tag liegt ein anderes Schiff dort am Hafen, meistens normale Kreuzfahrtschiffe; mal ein Luxusliner aus der Karibik, mal die AIDA... Und weil diese Schiffe jeden Tag so viele Menschen nach Bergen bringen, hat's mich auch kaum gewundert, wenn ich überall deutsch gehört habe. Auf dem Fischmarkt arbeitete ein junger Mann, er hat in Deutschland gelebt und hier eine Ausbildung zum Tischler gemacht, verdient aber als Verkäufer dort viel mehr als in Deutschland als ausgelernter Tischler. Auf dem Fischmarkt kann man übrigens mit Euro bezahlen.
Der Fischmarkt wird jeden Tag komplett neu aufgebaut, als wir abends von einer Schiffstour nach Bergen kamen, haben wir uns gewundert - es waren alle Stände abgebaut und nicht mehr zu sehen.
Auf dem Fischmarkt
geräucherter Wal und Lachs Ich bin wahrlich kein Fischkenner, daher halte ich meine Meinung zu dem Geschmack beider besser zurück; aber Alex war von dem Lachs sehr begeistert
In den Fjorden gibts viele Lachs-Zuchtstationen, wir haben auch mehrere gesehen; -> Wehe, man hält da seine Angel rein ;-)
Blick vom Hafen auf den Fischmarkt
Eine Fjordtour Mit der White Lady machten wir ab dem Hafen in Bergen eine halbtägige Tour in einen Fjord hinein. Auch das ist wieder ein teurer Spaß, der sich aber lohnt! Denn so sieht man einen Fjord nur von dem Schiff. Für die ganzen Frostbeulen unter uns lagen auf dem Sonnendeck Decken bereit; auf dem Wasser ist es recht zugig.
Von dem Fjord selbst habe ich leider keine Bilder machen können, meine Cam hatte Probleme mit den Lichtverhältnissen in diesem Fjord...
Bergen-Bryggen Weltkulturerbe - die alte Hansestadt. Und wenn man durch diese Holz- Siedlung läuft, kann man erahnen, wie es sich dort früher zugetragen haben muss. Auf jeden Fall sollte man eine Führung mitmachen, die lohnt sich, denn so erfährt man Dinge und sieht auch viel, was man beim bloßen durchlaufen nicht erfahren würde. Die bunten Holzhäuser - dort ist Bryggen.
Zwischen den Häusern ist der Boden ebenfalls aus Holz
Im Haus ging es so schief weiter
Alex und ich beim gemütlichen Stadtbummel zwischen Bergen-Bryggen und dem Hafen von Bergen
Gamle Bergen Die Altstadt von Bergen, in der auch schon Edvard Grieg gewohnt hat (sein Haus kann man besichtigen) Es lohnt sich, einmal durch diese Strassen zu schlendern, und in die Häuser zu schauen, welche noch original eingerichtet sind. Betreten kann man die Häuser auch - im Rahmen einer Führung.
Wandern Alex und ich sind, wie oben schon geschrieben, ein paar mal gewandert, meistens in den frühen Abendstunden, dann war es zwar noch immer sehr hell, aber nicht mehr so warm. Und eine Empfehlung möchte ich hier aussprechen: Wenn ihr in Norwegen wandern wollt, bleibt auf den markierten Wegen. Dies haben Alex und ich einmal nicht getan - und ich habe gedacht, wir kommen da nicht mehr heil heraus. Nur Felsen und Wasser, und es ging steil bergab... Als wir endlich wieder auf der Strasse waren, hätte ich sie küssen können ;-)
Der höchste Berg, den wir "erklommen", war das Lysehorn. Wir starteten am frühen Abend am Lysekloster, kamen gegen 20 Uhr am Gipfel an. Die Aussicht war atemberaubend, auf den Bildern sieht es schon etwas diesig aus; wir hatten aber klare Sicht, konnten sogar in der Ferne unser Ferienhaus sehen.
Oben auf dem Gipfel konnte man sich in eine Art Gästebuch eintragen; was wir nach der Plackerei natürlich getan haben
Übrigens: Zum gleichen Zeitpunkt wie wir startete ein Mann um die 35 Jahre alt ca.. Und als wir "schon" die Hälfte des Aufstieges geschafft haben, kam er uns munter joggend entgegen; er war schon wieder auf dem Rückweg...
Stabkirchen in Norwegen gibt's noch einige der Kirchen, welche ganz aus Holz gebaut sind. Wir haben auch eine besucht, in der Nähe von Bergen. Und für ein paar Kronen Eintritt bekamen wir sogar eine deutsche Führung.
Die Kirche von außen...
... und von innen - es ist alles aus Holz
Was tun, wenns doch regnet? es gibt viele überdachte Einkaufszentren, mehrere Hallenbäder, ein Erlebnisbad, und Bowlingbahnen. Alex und ich waren zweimal bowlen, nicht weils geregnet hatte, sondern weils Spaß macht :-)
Impressionen aus Norwegen
So etwas in der Art sieht man überall dort; es zeigt an, daß sich dort eine Häusersiedlung befindet. Man stelle sich mal den armen Briefträger vor, der jede Hofeinfahrt hochlaufen muss... So eine Briefkastensammlung steht immer am Fuß einer Siedlung, denn nicht selten führen steile Wege hoch zu den Häusern; und manchmal sah man zwar keine Häuser, sah aber diese Briefkastensammlung und dann wußte man, daß oben auf dem Berg noch jemand wohnt.
23:30 Uhr !
Die typische Landschaft an der Westküste
Die Rückfahrt Wir fuhren von Bergen mit der Princess Ragnhild über Stavanger nach Hirtshals/ Dänemark.
Im Hafen neben uns lag die Queen Mary 2 - aber in Norwegen schien das niemanden besonders zu interessieren. Die einzigen, die mit Fotoapparat rumliefen, waren die Deutschen
Am Freitag um 13 Uhr legte das Schiff ab, war in den frühen Abendstunden in Stavanger und am nächsten Morgen um 7 Uhr in Hirtshals. Was wir für die Fahrt bezahlt haben möchte ich nicht schreiben, es war nicht wenig...
unsere Kabine und der braungebrannte Alex
Stavanger
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Unser Fazit der Reise: Ich hatte erst Bedenken, nach Norwegen zu fahren, weil ich eigentlich sonst immer in sonnenscheingarantierten Gebieten/ Ländern Urlaub mache. Aber meine Neugierde auf dieses Land war größer. Und ich habe es nicht bereut. Diese Landschaft mit den eigenen Augen zu sehen - ob vom Boot, vom Berggipfel oder beim durchfahren mit dem Auto - oft konnte ich nicht begreifen, was ich da sehe, man kann das nicht in Worte fassen, man kann es auch nicht auf einem Foto festhalten. Die Natur von Westnorwegen ist die schönste Landschaft, die ich in meinem Leben gesehen habe. Man kann soviel unternehmen, daß es einem nicht einen einzigen Tag langweilig wird. Palmen und Sandstrand habe ich nicht vermisst; es gab soviel mehr schöne Plätze, an denen ich am liebsten einfach geblieben wäre. Wenn man nicht selbst schon mal in Norwegen gewesen ist, kann man nicht nachvollziehen, wie begeistert man davon sein kann. Alex und ich haben die Zeit dort genossen wie in keinem Urlaub zuvor. Wir haben jeden Tag etwas unternommen, und wenn es mit dem Boot auf dem See vorm Haus rudern war und dann sich einfach treiben lassen - die Zeit zu vergessen - den Alltag vergessen - das ist in Norwegen sehr einfach. Die 15 Tage Urlaub sind so schnell vergangen, leider... Eines steht fest: Alex und ich werden in ein paar Jahren wieder nach Norwegen fahren!
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