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Ironisch und sarkastisch geschriebene Erlebnisse des Alltages
(Ob sie immer der Wahrheit entsprechen lasse ich außen vor)


2002

"Kätzchen, wir haben verschlafen..." flüsterte Alex (damals noch nicht mein Ehemann, sondern "nur" mein Freund) mir ins Ohr. ... Schlafen, das klang schon mal nicht schlecht und so kuschelte ich mich in seine Arme. "Wir müssen in 5 Minuten fahren..." ... Mein Verstand, noch vom Schlaf benebelt, begann langsam loszurattern ... Mit einem halb geöffneten Auge blinzelte ich zum Wecker. Dieser leuchtete mir grell warnend in seinen roten Ziffern, was ich erst nicht so richtig zu glauben vermochte ...

Wir hatten verschlafen. Eine 3- Stunden-Nacht ist entschieden zu wenig...

Ich sprang aus dem Bett, mein Fuß zielbewußt auf einen Kronkorken plaziert, wusste ich danach sicher, das ich nicht mehr schlafen würde...

Und was erwartet man von einem Morgen mit diesem Anfang? Richtig - nichts gutes.

An dem geplanten Frühstück mit meinem Freund war nun kein Gedanke mehr, aber wenigstens auf meinen Kakao wollte ich ja nicht verzichten. Und während ich ständig zu hören bekam "Weißt du eigentlich, wie spät es schon ist?!" setzte ich, wie sollte es anders sein, meinen schönen gehäuften Kakaolöffel ganz dezent neben die Tasse ... in die Schublade. Kakao war auch gestrichen, denn ich hatte ja soeben den letzten Rest überall verteilt, anstatt ihn in die Milch zu befördern...

Bevor ich jetzt noch anfange, von gerissenen Schnürsenkeln und so weiter zu reden, überspringe ich diesen eigentlich bereits aus meinem Gedächtnis gestrichenen Teil eines absolut geglückten Tages und fahre fort, und zwar mit dem Twingo Richtung Schule.

Während Alex die Augen nicht mehr offenhalten konnte, bemerkte ich bei mir eine kleine Sinnesveränderung des bis dahin als durch die Fahrschule in mein Kopf projeziertes Bild eines "konzentrierten Autofahrers"

Wie schön, das ich Schule hab, kann man direkt weiterpennen, dachte ich bei mir. Aber bevor ich mich in meiner Schulbank schlafen legen konnte, brachte ich meinen Freund zum Bahnhof. Und irgendwie ... nunja, hatte ich die Zeit vergessen...

Doch irgendwann schweifte mein Blick auf die Bahnhofsuhr, und ich stellte fest, das ich in 4 Minuten eigentlich in der Klasse sein sollte ... Was ich natürlich nicht geschafft hab, kam zu spät... Irgendeine plumpe Entschuldigung im Vorbeigehen gemurmelt war ich froh, als ich endlich auf meinem Stuhl saß. "Kannst Jacke gleich wieder anziehen." meinte die Lehrerin, "sollst zur Arbeit fahren, die brauchen dich da..."

... Nein, dachte ich, das war jetzt nicht wahr ...

Leider war dem dann doch so und so saß ich 5 Minuten später im Auto auf dem Weg zur Arbeit.

Für den Zustand, der dort herrschte, müsste ein neues Wort erfunden werden, der Begriff "hektisch" reichte dafür nicht mehr als Definition, schien lächerlich

... Ja, irgendwann war dann ja Mittag, und ich freute mich so auf mein Kuschelbettchen, aber kaum zu Hause angekommen überhäufte mich meine Mutter mit Hausarbeiten, welche dann 90 % meiner Pause in Anspruch nahmen.

Und dann gings ja schon wieder zur Arbeit... Und es war wieder mal viel los. Und der Chef hatte schlechte Laune. Und wir waren "unterbesetzt". Und die Patienten waren unzufrieden. Und ich grinste trotzdem die ganze Zeit. Im nachhinein denke ich, entweder war das Galgenhumor oder eine unbewusste Stressabwehr... machen Katzen ja auch - mit schnurren...

War ich froh, als Feierabend war und ich endlich im Auto saß, meine Musik mich "leise" berieselte und ich den Zündschlüssel umdrehte ...

... und dieses wunderschöne sonst nicht dagewesene rote Lämpchen mich anleuchtete. Tanken, ... hatte ich irgendwie vergessen. Och, die nächste Tankstelle ist ja um die Ecke.

Richtig, sie ist dort, nur leider war sie geschlossen... PP sag ich nur...

Nu bin ich zu Hause, mein Bruder hat meinen extra für heute Abend gekauften Pudding bereits aufgeschlabbert, meine Schwester meine Cola getrunken, meine CD fand ich unterm Fernseher wieder ...

Und weil der Tag so toll war, schenkten mir meine Katzen noch eine wunderbare Bescherung in der Garage, dessen Aroma mich schon fast ko**** lässt ...

Aber lassen wir das. Eigentlich wollte ich jetzt ein schönes heißes Bad zwecks Stressabbau nehmen ... Dummerweise ist das Wasser kalt, bis es warm ist, gedulde ich mich, werde von meinem Bruder mit Pöbeleien unterhalten, der meine ohnehin zu leise Musik überstimmt.

 


So, wie versprochen:

Die Fortsetzungsstory - Ein entspannter Einkaufsbummel

(geschrieben 2003)

 

meine Mittagspause ist schon fast zu Ende, als mir einfällt, dass ich noch einkaufen muss.

Egal, denke ich mir, eine halbe Stunde sollte reichen, schließlich habe ich das Auto, und brauchte nur ein paar Kleinigkeiten.

Gedacht – Getan – Ab ins Auto, und zum Parkplatz – und da begann dieses Malheur ja schon. Denn der Parkplatz war voll.

Nicht etwa voller Autos, – 4 Parkplätze waren blockiert durch die Container für Glas und Papier. Dann stand da ein LKW am ausladen, 2 Stellplätze waren blockiert von dieses Wagen, in welchem plattgemachte Kartons durch die Gegend kutschiert werden, ist doch erstaunlich, was heutzutage alles als PKW durchgeht, -… aber nun, bevor ich mich darüber großartig aufregen konnte, sah ich, wie ein älterer Herr ins Auto stieg.

Na prima, war mein Gedanke, ein freier Parkplatz. Doch kaum war der Herr weg, so schnell konnte ich gar nicht gucken, stellte sich da so ein junger Schnösel hin mit seiner aufgemotzten Karre.

Vorgemogelt … Du Sack, fluchte ich leise, und sah, das wieder ein Herr in sein Auto stieg – und kein anderes Auto in Sicht, welches mir den Parkplatz wegschnappen konnte. Dieser Parkplatz gehörte mir! Lag zwar weit vom Eingang, aber das war mir egal.

Ich mich also in Warteposition gestellt – und gewartet. Und gewartet. Und gewartet. … Und der Mann fuhr vor, und zurück, und vor, und zurück – und kurvte hin und kurvte her … Der hatte nur einen Kleinwagen, war aber völligst überfordert, auszuparken.

Ich stieg aus, und wies den meiner Meinung nach etwas alterssenilen Mann dann aus dieser Parklücke. Der bedankte sich anschließend mehrmals dafür, drückte mir 2 Euro in die Hand, und rechtfertigte sich. Die Augen … nun, wie ich dann weiter von ihm erfuhr..., der gute Mann war ja schon 79, hatte einen Sohn in Hamburg, der dort seine alte Firma leitet und worauf er sehr stolz ist und er ist jetzt zu seiner jüngsten Tochter gezogen, weil seine Frau ja starb, an Krebs, und er nicht alleine leben wollte. Klar, kann ich ja verstehen, aber muss er mir jetzt ausgerechnet wo ich so in Eile bin, seine gesamte Lebensgeschichte erzählen?!?!?! ... Und dass er seinen Hund mitgenommen hat weil dieser ja nicht in Hamburg beim Sohn bleiben konnte da dieser eine Tierhaarallergie hat, fand ich auch mehr als verständlich…, naja, er hatte scheinbar kein Verständnis, daß nicht alle Menschen so unendlich viel Zeit hatten wie er...

Der Mann verabschiedete sich, ich atmete kurz auf, und dann erzählte er mir, er habe einen Termin beim Arzt, dort sollte ein Kontroll-EKG gemacht werden, weil er vor knapp 2 Jahren einen leichten Herzinfarkt hatte …

Den bekam ich danach auch fast, denn mein Blick wanderte anschließend zur Kirchturmsuhr – und es war schon ¼ vor 4!!! Nur noch 15 Minuten … Auf dem Weg zu meinem Auto, um dieses endlich in die jetzt frei gewordene Parklücke zu stellen, vernahm ich ein Gehupe und ein Geschimpfe. Ein wütender Autofahrer bölkte mich wie ein freigelassener Ochse an – so sah er übrigens auch fast aus, mit seinem Geschnaube… ups, ich hatte mein Auto auf dem Parkplatz-„Strasse“ gestellt, weil ich ja den Mann ausgewiesen habe und in die Parklücke wollte, und jetzt kam der arme Idiot mit seinem Proll-Töff nicht vorbei.

Ich entschuldigte mich mit einem „Ich bin sofort hier weg, blöder Affe“ und parkte endlich ein. Und der Töfffahrer tötete mich eben kurz mit seinem Blick und fuhr davon.

Hoffentlich vorm nächsten Baum, dachte ich bei mir, während ich einen Einkaufswagen holte. Dumm war nur, dass ich weder Chip noch ein Euro- Stück hatte … Und dumm war auch, dass ich nur noch 10 Minuten Zeit hatte…

Waren sowieso nur ein paar Kleinigkeiten, die ich brauchte. Ich mich also aufgemacht Richtung Supermarkt. Es muss dort etwas umsonst gegeben haben, anders kann ich mir nicht erklären, wieso unser halbes Dorf sich zu dieser Zeit zum Einkaufen begeben hat. Schien mir so, es war sehr voll.

Und vor mir eine ältere Frau mit ihrem Einkaufswägelchen, diese zum ziehen… sie blieb kurz und für mich äußert unerwartet stehen, ich fabrizierte deshalb einen "Auffahrunfall", und diese blöde Schrabacke machte mir daraus erst einmal eine riesen Szene. Wir Jugendlichen wären ja alle so butbass, was auch immer das hieß, hatte auch keine Zeit, weiter drüber nachzudenken, denn sie warf mir noch mehr solcher mir unbekannten Wörter an meine ohnehin schon schwirrende Rübe. Und schimpfte. Und fuchtelte unglaublich Respekt einflößend mit einem Apfel durch die Luft.

Irgendwann wurde es mir zu bunt, der Apfel begann schon zu faulen, die alte Frau war auch nicht mehr weit davon entfernt – und ich ging weiter. Die Frau laberte die Kundin hinter mir zu, wie unverschämt ich doch wäre. Ich verfluchte diese Frau und ihr dusseliges Einkaufswägelchen – und den Supermarkt – weil es „meinen“ Joghurt nicht mehr gab.

Nudeln brauchte ich noch. Ich also hin zu dem Regal. Leider war mir der Weg dorthin wegen einer Vollsperrung verwehrt – zwei Frauen unterhielten sich sehr angeregt über ihre pubertierenden Jungs. Und ihre Einkaufswagen haben sie äußerst geschickt und gut durchdacht so abgestellt, dass der Weg versperrt war. „Entschuldigung“, - sagte ich, wurde aber nicht erhört. Also 2. Versuch, etwas lauter „Hallo!“ – Die Frau guckte mich an, als stünde Alf höchstpersönlich vor ihr. Nein, wie konnte ich auch so unverschämt sein, und zu dem Nudelregal wollen. „Höflichkeit ist wohl nur noch Sache von uns Erwachsenen, wie?“ meckerte die Frau …

Wenigstens fuhr sie den Wagen zur Seite. Hach, ich war ihr ja so dankbar, ich hätte ihr den faulen Apfel von der alten Tante von eben an die Birne klatschen können, …

Mit einem ach-so-schlechten Gewissen über meine Dreistigkeit schlängelte ich mich dann durch die Wagen durch, vernahm kurz, dass der eine Sohn ja auch so sehr aufmüpfig geworden ist – was mich bei so einer Mutter auch nicht weiter wundert.

So, ein paar weitere Dinge brauchte ich noch. Das ging dann ja auch ohne weitere Zwischenfälle, aber dann begab ich mich zur Kasse.

Zwei Warteschlangen. Ich stellte mich an die kürzere, hoffte ich doch, schneller fertig zu sein, immerhin begann 5 Minuten später mein Dienst. Ich suchte schon einmal meine Karte.

Da klopfte mir jemand von hinten auf die Schulter – die olle Tante von eben, die mit dem Apfel… „Das eine will ich ihnen ja noch sagen. Ich lasse mir so etwas nicht gefallen. Sagen sie mir ihren Namen, ich werde das der Geschäftsleitung melden!“ Geschäftsleitung??? Hatte ich mich da verhört? Nur weil die mitten im Laufen den Parkgang einlegt und stehen bleibt und ich ihr, weil ich es so eilig habe, in das Einkaufswägelchen renne??? Ich guckte weg, zur Kasse, hatte nur noch zwei vor mir. „Sie brauchen gar nicht wegzuschauen. Aber so sind die Jugendlichen heutzutage. Bloß keine Rücksicht auf uns ältere Menschen!“ schimpfte sie, der Mann an der anderen Kasse neben mir grinste schon mitleidig.

„Einmal 47 eine Preisinfo bitte!“ ging es durch die Lautsprecher. Es kam von unserer Kasse – und da ging jetzt nichts mehr. Bis die Kollegin kam, und die Kassiererin sie bat, die Tomaten der Kundin zu wiegen. Und das dauerte dann. Ich blickte zur Nachbarkasse. Der Mann, der eben so grinste, war schon am einpacken… Aber ein Blick zu anderen Seite erfreute mich dann etwas mehr, denn die Verkäuferin kam mit den Tomaten zurück, und die Kundin bezahlte endlich. Aber dann – ich befürchtete schon schlimmstes – und es kam noch besser… Die Verkäuferin steht auf und nickte dem Mann vor mir zu „Ich muss nur eben die Bon-Rolle wechseln, bin sofort wieder da.“ Ich seufzte, und sah, dass an der anderen Kasse auch nur noch ein Kunde stand – ich also mich an die andere Kasse gestellt, und es wunderte mich, wie schnell es dort ging. Der Kunde vor mir zahlte mit einem Fuffi – und die Kassiererin blickte etwas irritiert in ihre Kasse, bevor sie sich zur Kollegin umdrehte „Haste noch etwas Kleingeld?“ Diese schüttelte den Kopf, und die Kassiererin an unserer Kasse stand auf, und ging. Wahrscheinlich Geld einwechseln – oder Kaffee trinken, denn sie war lange weg. Sehr lange, vielleicht hat sie noch schnell einen Kuchen gebacken oder so etwas … die Leute hinter mir nuschelten schon, und ich blickte auf meine Uhr – 16 Uhr, Dienstbeginn.

Na superklasse, nu kommste auch noch zu spät. Irgendwann dann später, meine Zeitschrift war inzwischen veraltet und die Cola abgelaufen, kam dann die Kassiererin mit ihrer Rolle Kleingeld zurück, der Mann bekam endlich sein Wechselgeld und meine Ware wurde eingescannt. Ich atmete auf, 5 Minuten zu spät – da werden meine Kollegen wohl mal ein Auge zudrücken, dachte ich, und die Kassiererin nannte mir den Preis. Ich dachte kurz, ob die DM mit Euro verwechselt haben könnte, reichte ihr aber dann meine Karte zum bezahlen, schließlich hatte ich es ziemlich eilig.

Sie zog die Karte durch – und es piepte. Hmmm, das klang nicht so gut, dachte ich mir, und da sah ich auch schon, dass meine Karte ein zweites mal durchgezogen wurde und ein drittes mal dann auch noch. ES HÄTTE MICH GEWUNDERT, WENN DAS JETZT SCHNELL GEKLAPPT HÄTTE!!!!!! Argh!!! Beim 5. mal dann piepte es nicht im Gerät, dafür umso mehr in meinem Kopf, denn das ganze zog sich ungefähr so dahin wie Kaugummi unterm Schuh. Endlich hatte sie es ja dann, ich unterschrieb den Kassenbon, packte meine Tüte und ging im Eiltempo zum Ausgang und zum Auto. 16:10 Uhr leuchtete es mir dort entgegen. Ich fluchte kurz, fuhr los, hatte selbstredend so eine Schleichnase vor mir, … aber darauf gehe ich nicht weiter ein, und dann kam ich ja endlich bei meiner Arbeitsstelle an. Meine Kollegin guckte kurz auf die Uhr, als ich den Raum betrat – und ich erklärte ihr, wie es war. Sie schmunzelte, ich war reif für Baldrian, - gemeckert hat sie dann aber nicht, wenigstens etwas. Hurra.


 

Es folgen noch - eine Fahrt durch die Stadt - Renovierung des Büros - Ein entspannter Stadtbummel - .....

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